Fragile Systeme – Jahresausstellung von SOHO in Ottakring

6.11. – 3.12.2026, Mi-So jeweils 15-20 Uhr
5.11., 19 Uhr: Eröffnung; 12.11., 19 Uhr: Artist Talk

Mit dem Titel „Fragile Systeme“ ist die Ausstellung ein Ergebnis des Forschens, Verarbeitens und Sichtbarmachens verletzlicher, prekärer und zugleich widerstandsfähiger Beziehungen zwischen Menschen, Natur, Materie und dem sozialen Raum.
Sie stellt einen Versuch dar, Räume zu schaffen, in denen Fragilität nicht als Schwäche, Angst und Unsicherheit, sondern als Ausgangspunkt für neue Beziehungen und Verantwortlichkeiten zum Ausdruck gebracht wird.

Ausgehend vom lokalen Setting in Sandleiten und den räumlichen Möglichkeiten der SOHO STUDIOS, bietet SOHO in Ottakring eine Plattform, auf der in verschiedenen sozialen Kontexten künstlerische Praktiken, kollektive (Lern-)Prozesse und diskursive Formate zusammenkommen. „Fragile Systeme“ umfasst auch die fragilen ökologischen Beziehungen, die von Migration, kolonialen Kontinuitäten und sozialer Ungleichheit geprägt sind. Ein Fokus liegt hierbei auf der Zusammenarbeit mit Künstler:innen und Kollektiven aus Regionen, in denen sich die Auswirkungen der ökologischen Krise besonders dramatisch zeigen, etwa in Form von Wasserknappheit, Rohstoffausbeutung, Artenverlust oder sozialer Entwurzelung.

Schlüsselbegriffe wie Care, Klimagerechtigkeit, Verletzlichkeit, Fürsorge, Interdependenz und lokales Wissen strukturieren den thematischen Rahmen und bieten Perspektivwechsel, welche Zukunftsängste überwinden.

Teilnehmende Künstler:innen: Daniela Brill Estrada, Dakshayini Gowda, Jatun Risba, Susana Ojeda und Marcela Torres-Heredia, Hansel Sato und Vasilena Gankovska, Viktoria Wöhry, Karolina Kreutzer und Elena Guiomar Janicke Quintero sowie Jaskaran Singh.

Kuratiert von Marie-Christine Hartig, Hansel Sato, Ula Schneider


Daniela Brill Estrada
ist eine Künstlerin und Forscherin aus Bogotá, die derzeit in Wien lebt. Ihre künstlerische Arbeit, die sich aktuell mit der Erforschung des Ursprungs des Lebens und den Komplexitätswissenschaften beschäftigt, geht von einer kleinen Obsession aus: der Frage, wie Leben aus geologischen und chemischen Materialien entsteht und wie es zunehmend komplexer wird, sich zu Körpern, Gesellschaften und Ökosystemen entwickelt. | www.danielabrillestrada.com

Dakshayini Gowda von Stietencron ist eine in Indien geborene Textilkünstlerin mit Lebensmittelpunkt in Österreich. Ihr künstlerischer Ansatz verbindet Textilien, Fundstücke und traditionelle Handwerkstechniken, um Fragen von Erinnerung, Zugehörigkeit und kulturellem Austausch zu erforschen. Verwurzelt in Studien der Bildenden Kunst, Museologie und Archäologie sowie geprägt von frühen Begegnungen mit ländlichen Handwerkern in Karnataka, schöpft ihre künstlerische Praxis aus überliefertem Wissen und setzt dieses zugleich in Beziehung zu zeitgenössischen Formen des Gestaltens. | http://sanchali.eu

Elena Guiomar Janicke Quintero (*2004, Friedrichshafen) studiert seit 2024 Künstlerisches Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien. Inspiriert durch fantasievolle biomorphe Strukturen bewegen sich ihre malerischen und medienübergreifenden Arbeiten zwischen Identität, Feminismus und Selbstbestimmung.

Karolina Kreutzer (*2003, Saarbrücken) studiert seit 2024 Künstlerisches Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihrer medienübergreifenden Praxis verbindet sie Malerei, Fotografie, Video, Performance und Text, um sich mit feministischen Perspektiven, Körperpolitik, Identität und gesellschaftlichen Machtverhältnissen auseinanderzusetzen.

Viktoria Wöhry (*2003, Steyr) studiert seit 2024 Künstlerisches Lehramt an der Akademie der bildenden Künste Wien. In ihrer künstlerischen Praxis verbindet sie analoge und digitale Fotografie mit Malerei und Zeichnung. Dabei setzt sie sich mit feministischen Perspektiven, Körperbildern, Identität und persönlichen Erfahrungen auseinander.

Susanna Ojeda ist Anthropologin, Filmemacherin und Aktivistin. Sie setzt sich dafür ein, Kulturen zu verbinden, Veränderungen zu fördern und durch Geschichten Freude zu vermitteln. Seit zehn Jahren kreiert sie mit ihrer 2011 gegründeten Produktionsfirma estudio elgozo unabhängige Videos von den dynamischen Landschaften der Karibikküste bis zum vielfältigen Ambiente Wiens. https://estudioelgozo.com

Marcela Torres ist kolumbianische Forscherin, Vermittlerin, Aktivistin. Seit ihrer Ankunft in Wien im Jahr 2012 ist sie an verschiedenen kollektiven Initiativen beteiligt, in denen sich Forschung, Vermittlungspraxen und Aktivismus überschneiden. Ungleichheiten in Bezug auf die Produktion und Reproduktion von Wissen, die Rolle von Wissen und sozioökologische Konflikte, soziale Ungleichheit, Feminismen des Südens und Intersektionalität sind ihre Schwerpunkte.
https://ksa.univie.ac.at/institut/mitarbeiterinnen/ehemalige-mitarbeiterinnen/torres-marcela/

Jatun Risba (they/them) ist Künstler:in und Forscher:in. Die transdisziplinäre künstlerische Praxis bewegt sich an den Schnittstellen von Performancekunst, BioArt, kontemplativen Traditionen und Neurowissenschaften und erforscht Bewusstsein, Verkörperung und Transformation. Verwurzelt im Vajrayana-Buddhismus und geprägt von ökofeministischen sowie posthumanistischen Denkansätzen, untersucht Risba Körperflüssigkeiten als künstlerische Medien und als erkenntnistheoretische Orte verkörperten Wissens. | jatunrisba.com

Hansel Sato, geboren in Trujillo (Peru), lebt und arbeitet in Wien. Seine künstlerische Praxis umfasst Zeichnung, Malerei, Comic und Arbeiten im öffentlichen Raum. Im Zentrum steht die Frage, wie Migration und gesellschaftliche Krisen intime Beziehungen und das private Leben prägen. Wiederkehrende Themen sind Familie, Vaterschaft, Fürsorge und die Fragilität zwischenmenschlicher Bindungen. Seine Bildwelten verbinden Alltagsszenen mit gesellschaftlicher Reflexion und einer sensiblen Beobachtung menschlicher Beziehungen. | http://hanselsato.com

Vasilena Gankovska wurde 1978 in Troyan, Bulgarien geboren. Seit 2001 lebt sie in Wien, wo sie als Künstlerin, Forscherin und Redakteurin tätig ist. In ihren künstlerischen Projekten beschäftigt sie sich mit verschiedenen Aspekten des städtischen Lebens, der Freizeit, der Arbeit und der damit verbundenen Räume. Gankovska bewegt sich zwischen verschiedenen Medien wie Malerei, Zeichnung, Keramik, Text und Installation. Zu ihrer künstlerischen Forschung gehören Stadtspaziergänge und kurze Texte, die ihre sogenannten „visuellen Notizen“ begleiten. | https://vasilenagankovska.com/

Jaskaran Singh wurde in Neu-Delhi in Indien geboren und lebt in Wien. Er ist Performer, Choreograf, Forscher und Pädagoge. Ihn faszinieren Spiritualität und das psychologisch-neurowissenschaftliche Verständnis des Selbst. Seine Forschung und seine interdisziplinären Arbeiten konzentrieren sich darauf, das Konzept der Realität für das Ich zu (de-)konstruieren und dabei auch eine gesellschaftspolitische Dimension zu untersuchen. Jaskaran Anands Arbeiten wurden in Österreich, Neuseeland und Indien präsentiert. | www.jaskarananand.com/projects.php

© Daniela Brill Estrada

Datum

05 Nov 2026 - 03 Dez 2026

Uhrzeit

19:00 - 22:00