
Workshop-Reihe ARCHIV DES ZUHÖRENS
ARCHIV DES ZUHÖRENS: WORKSHOP-REIHE
Mit Farshido Larimian, Bahar Zamani und Martina Gimplinger
Geleitet von Martina Gimplinger im Rahmen des künstlerisch-wissenschaftlichen Forschungsprojekts Archiv des Zuhörens mit und für Ottakring von Citizen Carol, gefördert von Stadt Wien Kultur, in Kooperation mit SOHO in Ottakring und Bibliobox.
Die Teilnahme ist kostenlos. Die Workshops können auch einzeln besucht werden und nach Bedarf auf Deutsch und/oder Englisch Englisch stattfinden. Eine Anmeldung ist erforderlich: info@sohostudios.at
14.3., 15-18 Uhr
GESCHICHTE FÜHLEN (Workshop 1)
Was passiert, wenn wir historischen Dokumenten als zutiefst affektiven Objekten begegnen, die Eindrücke in uns hinterlassen und uns berühren? Mit tiefem Zuhören, einer Praxis des Präsent-Seins und meditativen Schreibübungen erforschen wir das Archiv als lebendige Kontaktzone – immer im Dialog mit historischen Dokumenten von Wohnungskündigungen jüdischer Mieter*innen im Sandleitenhof.
19.3., 17-20 Uhr
ARCHIV ALS LEBENDIGE PRAXIS (Workshop 2)
Dieser Workshop beschäftigt sich mit unterschiedlichen Formen von Archivmaterialien – private Briefe, offizielle Dokumente, historische Fotografien – als lebendige künstlerische Praxis. Die Teilnehmenden entwickeln aus Archivmaterialien zur Geschichte des Sandleitenhofs eine visuelle Erzählung in Form von Collagen oder eines bildhaften Buchformats. In einer offenen, improvisierten Arbeitsweise wird erprobt, wie sich historische Situationen erfahrbar machen lassen, auch dort, wo originales Material fehlt, nicht oder nur teilweise zugänglich ist. Das Archiv wird dabei als etwas verstanden, das durch Auswahl, Anordnung und Kontextualisierung immer wieder neu entsteht.
28.3., 15-18 Uhr
BRIEFE ALS WIDERSTAND (Workshop 3)
Dieser Workshop basiert auf archivierten Briefen, die von jüdischen Bewohner*innen des Sandleitenhofs sowie von anderen verfolgten Personen verfasst wurden, die während des NS-Regimes gezwungen wurden, ihre Wohnungen in den Wiener Gemeindebauten zu verlassen. Diese Briefe richteten sich an Behörden, die ihnen bereits jede Form von rechtlichem und moralischem Schutz entzogen hatten. Dennoch bestanden die Verfasser*innen darauf, gehört zu werden. Mit kollektiven Schreib- und Leseübungen untersucht der Workshop zurückhaltende, kleinste und oft erfolglose Formen des Widerstands, die dennoch Spuren, Unterbrechungen und Verpflichtungen erzeugten.
9.5., 15-18 Uhr (Gehen ca. 1 Stunde, Einführung und Abschlussgespräch)
WIR GEHEN: WORKSHOP
Gehen-Meditation für Körper, Gedächtnis und Lebensraum
Wir gehen durch die Höfe und Gassen des Sandleitenhofs und noch weiter. Durch unser gemeinsames, offenes, bewusstes Gehen, schreiben wir unsere Körper in die Orte und ihre Geschichte(n) ein.
Ziel des Workshops ist, die verkörperte Beziehung von Gegenwart und Vergangenheit, Mensch und städtischem Raum, Alltag und Kunst zu erforschen. Es handelt sich weder um einen Stadt-Spaziergang noch um eine thematische Stadtführung oder Sportart, sondern um das Gehen als „Offenbarung der Beziehungen der Gehenden zu sich selbst, zu anderen sowie zu ihrer Umgebung“.
Geleitet von Antoine Effroy, Tänzer, Performer und Dozent für Körperarbeit
© Martina Gimplinger, Archiv des Zuhörens
